Polka und Philharmoniker
Musikalische Migration frühe und heute

Polka und Philharmoniker

26. August 2011 bis 19. Februar

Nach der Märzrevolution 1848 wandern zahlreiche Schüler von Louis Spohr in die USA aus – aus wirtschaftlichen Gründen oder auch aus Abenteuerlust. Meist unvermögend sind ihre bei Spohr erworbenen musikalischen Fähigkeiten ihr größtes Kapital. Tatsächlich integrieren sich die meisten Schüler schnell in ihrem neuen Heimatland. Einige Schüler spielen bei den New Yorker Philharmonikern. Andere betätigen sich in der Unterhaltungsmusik und schreiben Polkas. Als 1861 der amerikanische Bürgerkrieg ausbricht, komponieren Spohrschüler für die Musikkorps der Nordstaaten wie der Südstaaten. Nicht zuletzt tragen sie dazu bei, die Musik ihres Lehrers in den USA populär zu machen.

Seit dem 19. Jahrhundert ist Deutschland vom Auswanderer- zum Einwandererland geworden. Die neuen Einwohner bringen – wie Spohrs Schüler in die USA – ihre Musik in ihr neues Heimatland mit. Die Wechselausstellung verdeutlicht dies exemplarisch an der Musik von Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion, deren (Unterhaltungs-) Musik auch viele Deutsche begeistert.

Mit dem Vergleich dieser beiden Musikkulturen, die der Spohrschüler in den USA wie jene der russischen Einwanderer in Deutschland, schlägt die Ausstellung eine Brücke aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart. Ausgehend von den Exponaten verbindet die Sonderausstellung Informationen über die Migration von Musikern mit Klangbeispielen und einer Mitmachstation...